Archäologische Befunde in der Römerstadt werden in Wohnkomplex integriert – erste Vorstellung des Modells
Prof. Dr. Marcus Gwechenberger, Frank Junker, Benjamin Jourdan, Dr. Wolfgang David und Dr. Ina Hartwig, Copyright: Stadt Frankfurt a.M., Foto: Salome Roessler
Am Montag, 2. März 2026, stellten Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Dr. Ina Hartwig, der Dezernent für Planen und Wohnen Prof. Dr. Marcus Gwechenberger, der leitende Direktor des Archäologischen Museums Frankfurt Dr. Wolfgang David und der Vorsitzende der Geschäftsführung der ABG FRANKFURT HOLDING Frank Junker ein Modell der künftigen musealen Fläche in der Römerstadt 126-134 vor. Sie soll archäologische Befunde aus der römischen Antike in das geplante Neubauprojekt integrieren.
Ausstellungsfläche des Archäologischen Museums wird mit Wohnprojekt kombiniert
Auf dem Baufeld an der Straße In der Römerstadt 126-134 sollen in einer neuen Wohnanlage rund 190 Mietwohnungen entstehen. Bei Grabungen des städtischen Denkmalamts waren u.a. ein Steinkeller, eine Gruppe von Töpferöfen, ein Holzkeller und ein weiterer Töpferofen mit erhaltener Kuppel gefunden worden. Um diese etwa 1800 Jahre alten Architekturreste dauerhaft zu erhalten und zudem der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, hat man sich darauf geeinigt, eine Ausstellungsfläche des Archäologischen Museums mit dem Wohnprojekt zu kombinieren. Es ist vorgesehen, die Ausstellungsfläche im Erdgeschoss und Anbau eines der künftigen Wohnbauten zu integrieren, so dass ein Großteil der archäologischen Befunde umschlossen wird und im Rahmen von Führungen zugänglich gemacht wird.

Die Frankfurter Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig freut sich über die gefundene Lösung und die Integration der archäologischen Schätze: „Frankfurt hat eine römische Vorfahrin: die antike Stadt Nida, eine wichtige Ortschaft der damaligen Provinz Germania Superior. Die Wissenschaft hat ihre große historische Bedeutung in den letzten Jahren herausgearbeitet. Ich bin sehr froh, dass sich mit der geplanten musealen Fläche eine vielversprechende Lösung abzeichnet, die seit Jahrhunderten vor Ort erhalten gebliebenen Befunde in die neue Wohnungsbebauung zu integrieren, museal zu erschließen und für Besucherinnen und Besucher zugänglich zu machen. Und ich bin sicher, auch die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner freuen sich auf ihre künftige Nachbarschaft: Wand an Wand mit der römischen Antike.“
Verbindung von Wohnungsbau und Denkmalschutz
Marcus Gwechenberger, Dezernent für Planen und Wohnen, betont die besondere Verbindung von Wohnungsbau und Denkmalschutz bei diesem Projekt: „Frankfurt steht vor einer doppelten Aufgabe: Wir müssen neuen Wohnraum schaffen und zugleich verantwortungsvoll mit unserer Geschichte umgehen. Beides kommt hier in der Römerstadt in besonderer Weise zusammen. Wir schaffen dringend benötigte Mietwohnungen, sichern zugleich bedeutende archäologische Befunde am Originalstandort und verbinden beides in einem gemeinsamen Projekt. So entsteht ein echter Mehrwert für die künftigen Mieterinnen und Mieter und für die Stadt insgesamt.“
Der leitende Direktor des Archäologischen Museums Dr. Wolfgang David findet: „Die Integration einer archäologischen Fundstätte mit mehr als 1800 Jahre alten originalen Baubefunden aus römischer Zeit in eine Wohnbebauung ist beispielhaft und wird weit über Frankfurt hinaus Aufmerksamkeit erfahren. Durch ihre Authentizität werden die an Ort und Stelle erhaltenen ältesten Gebäudereste Frankfurts eine besondere Atmosphäre erzeugen. In den umgebenden Ausstellungsflächen werden durch ausgewählte Exponate die Zusammenhänge von Geschichte und Topographie des römischen Nida, das als älteste Stadtanlage und urbanes Zentrum der heutigen Stadt Frankfurt vorausging, verdeutlicht werden. Zudem wird die Möglichkeit zur Durchführung praktischer Werkstattprogramme für Schulen und andere Gruppen geschaffen.“
Frank Junker, der Vorsitzende der Geschäftsführung der ABG sagt: „Die in das Wohngebäude integrierte Präsentation der archäologischen Funde direkt an ihrem Fundort in Verbindung mit der Adresse ‚In der Römerstadt‘ wird das zukünftige Quartier sowie die gesamte Siedlung auch aus Sicht der Bewohnerinnen und Bewohner einzigartig machen.
Wir haben intensiv verhandelt und es hat von allen Seiten Kompromissbereitschaft erfordert, um gemeinsam zu einer guten Lösung zu kommen. Ich freue mich, dass dies gelungen ist.“
In der Ausstellungsfläche wird auch der 2023 geborgene antike Holzkeller gezeigt werden, der sich derzeit noch im Depot des Archäologischen Museums befindet und der dann an seinen Fundort zurückkehrt. Auch Bewohner und Passanten sollen über Schaufenster in das Innere der Museumsdependance mit den römischen Baubefunden und ausgewählten archäologischen Funden und Ausstellungsstücken einsehen können.
Das Architekturmodell zur geplanten musealen Fläche wurde im Auftrag des städtischen Kulturamtes von Benjamin Jourdan vom Büro Jourdan & Müller Steinhauser GmbH, entworfen.
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