24.11.2009

Neugestaltung der Heinrich-Lübke-Siedlung vorgestellt

Im Rahmen der ganzheitlichen Sanierung des Quartiers der ABG FRANKFURT HOLDING in Frankfurt Praunheim hat sich eine Jury für einen Sanierungsentwurf des Architekturbüros Albert Speer & Partner entschieden. Außerdem sollen Vorschläge des Architekten Jo Franzke umgesetzt werden. Das Konzept des Büros Albert Speer & Partner sieht eine Aufwertung der Siedlung durch eine Neuordnung mit „minimalinvasiven“ Umbauten vor. Nur wenig der bestehenden Bausubstanz soll abgerissen werden. Oberbürgermeisterin Petra Roth stellte die Pläne am 24. November 2009 gemeinsam mit Frank Junker, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der ABG FRANKFURT HOLDING, vor.

Die ABG FRANKFURT HOLDING will die in den 70er und 80er Jahren gebaute Siedlung unter stadtgestalterischen, ökologischen und sozialen Gesichtspunkten sanieren. Für das Projekt, das als Modell für eine nachhaltige Sanierung nicht mehr zeitgemäßer Großsiedlungen dienen soll, fand ein Ideenwettbewerb mit insgesamt vier Architekturbüros statt. Der eingereichte Entwurf von Albert Speer & Partner hat in entscheidenden Elementen die Jury überzeugt. Der städtebauliche Leitgedanke des Entwurfs ist die Stärkung und der Ausbau der Siedlung durch maßvolle Umbauten, Nachverdichtungen und Neuordnungen der Grundstücke. Gleichzeitig soll so viel Bausubstanz wie möglich erhalten werden. Zentrales Element ist eine klarere Zuordnung der „Cluster“, der einzelnen Gebäudegruppen. Dazu werden Eingangsbereiche neu orientiert, die Wegeführung neu strukturiert und einzelne Gebäudestellungen durch Abriss und Neubaumaßnahmen verändert. Als Ergebnis sollen „Nachbarschaftshöfe“ als individuelle Adressen entstehen.

„Ich bin davon überzeugt, dass wir mit den jetzt vorliegenden Plänen auf einem sehr guten Weg sind, die Heinrich-Lübke-Siedlung lebenswert und zukunftsfähig zu gestalten und dass wir in Praunheim ein Modell für die Modernisierung einer in die Jahre gekommenen Großsiedlung schaffen, dass man auch auf andere Stadteile und Städte übertragen kann“ sagte die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth bei der Vorstellung der Pläne.

Sanierung mit minimalinvasiven Eingriffen
Bei der Sanierung der Gebäude soll mit nur geringen Eingriffen in die Bausubstanz die Wohnqualität deutlich gesteigert werden, sodass die Bewohner während der Arbeiten in ihren Wohnungen bleiben können. Durch eine Entfernung der Fensterbrüstungen und neue, vorgestellte und offene Balkone sollen die Fassaden künftig offener und freundlicher wirken. Geplant ist eine großzügige und helle Gestaltung der Eingangsbereiche. Die Gebäude werden außenseitig gedämmt. Zur Nachverdichtung entstehen voraussichtlich zwei dreigeschossige Punkthäuser auf der Erweiterungsfläche der Ebelfeld-Schule. Mit Privatgärten, offenen Wiesen und einem ausgelichteten und beschnittenen Baumbestand werden die Freiräume ansprechend und übersichtlich gestaltet. Dazu kommt ein zentraler Spiel- und Begegnungsplatz mit Freizeitmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche und Treffpunkten für Erwachsene.

„Es ist uns sehr wichtig, die ‚Angsträume’ in der Heinrich-Lübke-Siedlung abzubauen“, betont Frank Junker, der Vorsitzende der Geschäftsführung der ABG FRANKFURT HOLDING. „Durch die zentralen Zugänge und die Gestaltung der Freiflächen wollen wir auch das Soziale Miteinander fördern“.

Die dreigeschossige Parkgarage mit 412 Stellplätzen, die die Siedlung zur Ludwig-Landmann-Straße hin abschirmt, bleibt nach dem Entwurf erhalten. Neu gestaltet werden soll jedoch der Zugang, da dieser derzeit als dunkler „Angstraum“ einen problematischen Bereich bildet. Eine lichtdurchlässige Fassade soll dem Bau künftig einen freundlicheren Charakter verleihen. Zwei neue Tiefgaragen sollen zusätzliche Parkplätze bieten.

Zentraler Aspekt der Umgestaltung ist eine verbesserte Verknüpfung der Siedlung mit dem städtischen Umfeld. Der Entwurf sieht hier eine neue, repräsentative und barrierefreie Zufahrtsstraße vor, die das Quartier für Autos und Fahrräder erschließt.

Im Bereich des Siedlungsentrée soll der Vorschlag von Albert Speer & Partner durch Elemente des eingereichten Entwurfs von Jo Franzke kombiniert werden. Dieser sieht unter anderem den Rückbau der Gewerbeflächen am jetzigen zentralen Eingang und einen Supermarkt an der Ludwig-Landmann-Straße vor. Ein im rechten Winkel zur Ludwig-Landmann-Straße liegender neuer Wohnriegel mit Gewerberäumen im Erdgeschoss soll einen neuen Eingang zur Heinrich-Lübke-Siedlung bilden.

Innovatives Energiekonzept senkt CO2 Ausstoß
Ergänzt wird die Modernisierung durch ein ganzheitliches Energie- und Gebäudekonzept, das den CO2 Ausstoß der Heinrich-Lübke-Siedlung um über 90 Prozent senken soll. Das geplante System zur Energieversorgung nutzt die Komponenten des bestehenden Nahwärmenetzes. Die Bestandsgebäude sollen auf den einen Standard saniert werden, der die Grenzwerte der ENEV 2009 unterschreitet. Neubauten werden im Passivhausstandard und Gewerbeflächen im Niedrigenergiestandard gebaut. Zur Energieerzeugung ist ein intelligentes Energiekonzept mit verschiedenen Komponenten vorgesehen, dass derzeit erarbeitet wird. Die Dachfläche des Parkhauses wird mit Solarkollektoren und Fotovoltaikanlagen belegt.

Zusätzlich zu den jetzt zu 100 Prozent geförderten Wohnungen sollen künftig auch frei finanzierte Wohnungen angeboten werden, um in der Siedlung einen ausgewogenen Mieter- und Wohnungsmix zu schaffen. Um das soziale Klima nachhaltig zu verbessern, soll darüber hinaus in der Quartiersmitte ein Gemeinschaftsraum für Veranstaltungen, beispielsweise Geburtstagsfeiern, zur Verfügung stehen.
In Workshops, die im Januar starten, sollen die Pläne unter Einbeziehung der Mieterinnen und Mieter weiter konkretisiert werden.

Kontakt und weitere Informationen:
Pressekontakt
ABG FRANKFURT HOLDING GmbH
Roland Frischkorn
Elbestr. 48, 60329 Frankfurt am Main
Fon: 069-2608 285
Mobil: 0163-2608 285
Fax: 069-2608 277
E-Mail: r.frischkorn@abg-fh.de
Internet: www.abg-fh.de

Zurück zur Übersicht
© 2019 | ABG FRANKFURT HOLDING GMBH | Alle Rechte vorbehalten