Wohnen in der Thermoskanne

Passivhausprojekt Grempstraße

Mitten im tiefsten Winter bezogen 19 Familien ihre neuen Eigentumswohnungen „Wohnen bei St. Jakob“. Der Clou: Dort gibt es keine Heizungen. Frieren muss aber niemand, denn die Gebäude speichern extrem viel Wärme.

Artikel aus der Mieterzeitung "Schelleklobbe" Nr. 34/Juli 2003

ABG - Passivhausprojekt GrempstraßeDas Haus funktioniert wie eine Thermoskanne“, erklärt Architekt Folkmer Rasch vom Planungsbüro faktor10. Die Wohnungen in der Bockenheimer Grempstraße sind im so genannten Passivhausstandard gebaut und extrem gut isoliert. 30 bis 40 cm dicke Styroporplatten und die Dreifachverglasung der Fenster sorgen dafür, dass die Räume fast ausschließlich mit der Betriebswärme von elektrischen Haushaltsgeräten und der Eigenwärme der Bewohner geheizt werden.

Anstelle von Heizungen gibt es eine besondere Lüftungstechnik, die Luft von außen ansaugt und in einem Wärmetauscher erhitzt. Als Wärmequelle dient die verbrauchte, warme Luft, die von drinnen durch den Tauscher nach draußen strömt. Die neuen Bewohner freuen sich über geringe bis gar keine Heizungskosten.

Trotz der modernen, energiesparenden Technologie konnten die Baukosten mit insgesamt 3,5 Millionen Euro niedrig gehalten werden. Der Verkaufspreis von 2.000 Euro pro Quadratmeter in der guten innerstädtischen Lage war für die Käufer ein echtes Schnäppchen. So wundert es nicht, dass die insgesamt 19 Wohnungen zügig und zu 80 Prozent an Bockenheimer Familien verkauft wurden.

Das Passivhausprojekt „Wohnen bei St. Jakob“ ist für alle Beteiligten ein Erfolg: Für die Mieter, die mitten in Bockenheim günstig Eigentumswohnungen erwarben und jetzt auch noch Heizkosten sparen, für die FAAG, die ihre Kompetenz in einem wichtigen Geschäftsfeld der Zukunft, nämlich Bauen unter ökologisch-wirtschaftlichen Gesichtspunkten, unter Beweis gestellt hat und für die Umwelt, die durch die neue Technik enorm geschont wird.

Projektleiter Michael Hannig ist bereits auf Suche nach neuen Grundstücken, auf denen weitere Passivhäuser gebaut werden können. Geplant ist außerdem, die Wohnhäuser der ABG FRANKFURT HOLDING GmbH in der Friedrich-Ebert-Siedlung im Passivhausstandard zu sanieren.

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